So sollte ein guter Lebenslauf aussehen!

Christine von Borcke-Wloka erklärt, was ein guter CV bieten muss ​

Für Bewerber gibt es einige Regeln für Anschreiben und Lebenslauf, die es zu beachten gilt. Am Ende geht es dabei aber auch darum, wie man als Personaler einen CV beurteilt. Was sind also die Kriterien für einen optimalen Lebenslauf? In unserer heutigen Recruiter Story erzählt die erfahrene HR Managerin und Diplom Psychologin Christine von Borcke-Wloka, wie man als Personaler einen guten Lebenslauf erkennt.

Stellenbesetzung – ein Unternehmen hat eine Stelle zu besetzen und erhält hierfür Bewerbungen. Manche sind gut, manche sind haarsträubend. Was unterscheidet aber eine gute Bewerbung von einer weniger Optimalen?

“Wenn ich Bewerbungen sichte, dann ist mir folgendes am Wichtigsten: Klarheit. Struktur. Übersichtlichkeit.” ​

Notwendig sind hier vollständige, aussagekräftigte Unterlagen, an denen abzulesen ist, wer sich da aus welchem Grund bewirbt.

Was sollte ein guter Lebenslauf für den Personaler bieten?​

Der Lebenslauf muss in erster Linie informieren: was hat der Bewerber aktuell bzw. in den letzten Anstellungen gemacht? Sehe ich die Schwerpunkte, die ich sehen will? Kann ich zeitlich / inhaltlich einen roten Faden erkennen? Hierbei lediglich anzugeben, wann man wo als was gearbeitet hat, ist nicht ausreichend. Eine gute Bewerbung bietet Angaben zu den Arbeitsinhalten. Darüber hinaus wird ein intelligentes Anschreiben erwartet. Hier zählt Qualität, nicht Quantität:

  • Was motiviert den Bewerber zur Bewerbung?​

  • Was kann er und was möchte er?​
  • Kann er klare Formulierungen in prägnanten, kurzen Sätzen auf einer Seite unterzubringen?​

  • Werden viele Floskeln und Worthülsen benutzt?​

Ein gutes Anschreiben entwirft ein klares Bild vom Bewerber. Hierzu gehört auch, wenn gefordert, eine Aussage zu den Gehaltsvorstellungen.

Abgerundet wird die Bewerbung durch die relevanten Belege für die Stationen im Lebenslauf und zwar so, wie es in der Ausschreibung gefordert wird. Sind alle relevanten Zeugnisse / Belege mit dabei? In der Regel reichen die letzten drei Arbeitszeugnisse, der Nachweis des höchsten Bildungsabschluss und die aktuellsten Weiterbildungsnachweise.

Nicht lückenlos, aber ehrlich – trotzdem ein guter Lebenslauf?

Dazu gehört ein lückenloser Lebenslauf und  wenn es nun doch Lücken im Werdegang gibt, müssen diese benannt werden. Sich nur mit reinen Jahresangaben zu bewerben, ist oft nicht sonderlich vorteilhaft. Jegliches Vertuschen fällt immer irgendwann auf. Ein Jahr arbeitslos? Das passiert, also kann es auch erwähnt werden. Nach der Schule nicht gleich gewusst, in welche Richtung es gehen soll? Das ist nichts Ungewöhnliches. Es ist besser, offen anzugeben, dass man sich beruflich erst orientieren musste, statt es einfach wegzulassen oder sich eine kreative Ausrede einfallen zu lassen.

Allein an dieser Ehrlichkeit im Lebenslauf, kann man als Recruiter erste Schlüsse über den Bewerber ziehen. Wie sollte man auch sonst eine nachhaltige, vertrauensvolle Arbeitsbeziehung mit dem neuen Mitarbeiter aufbauen, wenn dieser schon bei der Darstellung des Werdegangs nicht bei den Tatsachen bleibt?

Kommt es dann zum Vorstellungsgespräch, wird gute Vorbereitung vom Bewerber erwartet, sowohl was den eigenen Werdegang angeht, als auch was das Unternehmen angeht. Gelingt es dem Bewerber sich klar strukturiert zu präsentieren? Wichtig in diesem Gespräch sind Offenheit und Authentizität – erzähl Deine Geschichte, keine Märchen. Floskeln, diffuse und schwammige Aussagen oder Ausflüchte – das will keiner hören.

Wer bin ich, was will ich? – Diese Fragen sollte eine guter Lebenslauf und auch ein optimal geplantes Bewerbungsgespräch immer klären.

Über unsere Gastautorin​

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Christine von Borcke-Wloka | HR Managerin und Coach

Die diplomierte Psychologin Christine von Borcke-Wloka ist seit 20 Jahren erfolgreich im HR- und Recruitingbereich tätig. Aktuell arbeitet die erfahrene HR Managerin in einem Konzern, der Medizin- und Sicherheitstechnik herstellt. Darüber hinaus unterstützt sie als Coach und Beraterin Menschen in ihrer beruflichen Weiterentwicklung.