Die Zeiten, in denen Unternehmen sich vor Bewerbern kaum retten und die Bedingungen diktieren konnten, sind vorbei. Recruiting heute heißt, sich in einen regelrechten Kampf zu begeben, um passende Mitarbeiter zu finden. Schlagworte wie Fachkräftemangel und War for Talents beschäftigen die Personaler-Welt schon seit einiger Zeit. Doch was ist mit War for Talent überhaupt gemeint? Weshalb haben Arbeitgeber Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen? Und wie kann man den Wettbewerb um die besten Köpfe gewinnen?

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Was bedeutet War for Talents?

Arbeitswelt und Arbeitsmarkt befinden sich im Umbruch. Der Fachkräftemangel ist ein Thema, das nicht nur in Politik und Wirtschaft heiß diskutiert wird. Gerade Arbeitgeber bekommen den Fachkräftemangel immer stärker zu spüren: Es wird schwerer und schwerer, geeignete Bewerber zu rekrutieren und sie langfristig ans Unternehmen zu binden. Wo kann ich das beste Talent finden? Besonders, wenn es um Jobs im MINT-Bereich geht, wirkt der heimische Arbeitsmarkt wie leergefegt. Selbst international ist das Recruiting nicht leichter geworden – im Gegenteil. Unternehmen überbieten sich gegenseitig, um Mitarbeiter von der Konkurrenz abzuwerben. Und schon ist man mittendrin im War for Talents.

War for Talents – Eine Definition:

Der Begriff »War for Talent« tauchte erstmals im Jahr 1997 als Titel einer Studie von McKinsey auf. Der Amerikaner Steven M. Hankin prägte ihn durch die Aussage: »Better Talent is worth figthing for…«. Gegenstand der Studie war damals die Personalstruktur und das Recruiting bei großen US-Konzernen. Schon vor gut 25 Jahren hatten Unternehmen Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung – insbesondere bei Schlüsselpositionen im Management. Es begann ein Konkurrenzkampf um die sogenannten High-Potentials, hochqualifizierte Absolventen rennomierter Universitäten.

Ursachen für den Wettbewerb um Talente

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Inzwischen ist der War for Talents quasi überall angekommen und meint längst nicht mehr nur Mitarbeiter im Management. Ressourcenknappheit herrscht auch bei gut qualifizierten Fachkräften und Spezialisten. Der Kampf um die besten Köpfe ist ein Resultat des Fachkräftemangels. Als Ursachen gelten vor allem der demografische Wandel und eine gestiegene Nachfrage auf Seiten der Arbeitgeber bei Jobs, die eine hohe Qualifikation bzw. bestimmte Spezialisierungen verlangen.

Außerdem haben Bewerber mittlerweile ganz andere Ansprüche und Vorstellungen, was ihr Arbeitsleben betrifft. Salopp gesagt: Eine 40-Stundenwoche mit Anwesenheitspflicht, starre Hierarchien und kaum Mitgestaltungsmöglichkeiten locken heute kein junges Talent hinter dem Ofen hervor. Dieser Wandel bringt Veränderungen mit, denen sich Unternehmen stellen müssen, um langfristig am Markt zu bestehen.

Die Frage ist – Was kann man als Arbeitgeber unternehmen, um den Kampf um Talente zu gewinnen?

Wichtige Maßnahmen im War for Talents

Monetäre Anreize sind schön und gut, aber nicht allein ausschlaggebend, um die besten Bewerber anzulocken und zu binden. Mal ganz abgesehen davon, dass sich kleine und mittlere Unternehmen Megagehälter ohnehin schwerlich leisten können. Was bleibt ihnen dann? Employer Branding ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Stichwort. Stimmt mein Image als Arbeitgeber nach innen und außen, kann ich mich als Place to be positionieren und mich dem War for Talents stellen.

Employer Branding durch Mitarbeiterzufriedenheit stärken

» Die eigenen Mitarbeiter sind ein wertvolles Gut. Eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit sollte der Führungsebene und dem gesamten Management eine Herzensangelegenheit sein. Denn zufriedene Mitarbeiter leisten erstens bessere Arbeit. Zweitens bleiben sie einem Unternehmen länger treu, wenn sie sich ihrem Arbeitgeber verbunden fühlen und sie kommunizieren das auch nach außen. Gerade junge Bewerber finden ein angenehmes Arbeitsklima mit flachen Hierarchien und Mitbestimmungsmöglichkeiten attraktiv. Eine Unternehmenskultur zu schaffen, die von Wertschätzung und Vertrauen geprägt ist, kostet fast nichts, bringt aber viel und stärkt das eigene Image.

Besseres Employer Branding durch mehr Geschwindigkeit im Recruiting

» Bewerber in Hülle und Fülle, aus denen man sich in Ruhe jemanden aussuchen und so das Recruiting ewig in die Länge ziehen kann? Das war gestern. Im War for Talents zählen Schnelligkeit und Ablauf des gesamten Bewerbungsverfahrens. Keiner will wochen- oder monatelang auf eine Rückmeldung warten oder gar ganz im Ungewissen gelassen werden. Leider keine Seltenheit – Arbeitgeberplattformen sind voll mit negativen Erfahrungsberichten. Ein schneller Prozess mit Feedback auf allen Etappen spricht für ein Unternehmen. Es zeugt einmal mehr von Wertschätzung und hat ebenfalls positive Auswirkungen auf das Employer Branding. Mit einer guten Candidate Experience hat man beim Wettbewerb um die besten Talente schnell die Nase vorn.

Fazit: Dreh- und Angelpunkt im War for Talents sind Wertschätzung und Vertrauen. Man sollte daher immer damit anfangen sich zu fragen, wie wertschätzend ist unser Unternehmen? Wie gehen wir mit unseren Mitarbeitern und Bewerbern um? Wo können wir ansetzen, um uns selbst und unser Recruiting zu verbessern? Final muss es nur noch in die Tat umgesetzt werden. Dann ist auch der Fachkräftemangel kein Schreckgespenst mehr.

Quelle: The McKinsey Quarterly 1998, Number 3: The War for Talent; researchgate

Coverphoto: // Beitragsbild: pexels.com; RODNAE Productions

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