Wissen ist ein wertvolles Gut. Und – in Anlehnung an ein altes Sprichwort – geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen. Die eigene Arbeit in einem Netzwerk transparent machen und voneinander lernen. Darauf basiert Working Out Loud (oder kurz: WOL). Ein Trend, der auf soziale Kollaboration setzt, aber nicht auf Leistung und Gegenleistung beruht. Was das konkret bedeutet und wie WOL funktioniert, zeigt dieser Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

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Was bedeutet Working Out Loud?

Working Out Loud ist ein Prinzip, Beziehungen aufzubauen. Dabei geht es darum, eigene Themen und Ziele zu verwirklichen und zugleich durch Wissenstransfer für andere Netzwerkmitglieder einen Mehrwert zu schaffen. Der Begriff wurde 2010 vom IT-Spezialisten Bryce Williams geprägt und durch John Stepper zu der heute bekannten Methode entwickelt.

Working Out Loud Definition

Working Out Loud will als Selbstlern-Methode eine neue Mentalität der Zusammenarbeit aktiv fördern. Dabei spielen 5 Grundrinzipien eine wichtige Rolle. Innerhalb von 12 Wochen lernt man in kleinem Kreis (= Circle) durch verschiedene Übungen, diese Prinzipien umzusetzen. Sie sollen so Schritt für Schritt in den eigenen Arbeitsalltag integriert werden.

Die 5 grundlegenden Prinzipien von WOL lauten:

Beziehungen
Großzügigkeit
Sichtbare Arbeit
Zielgerichtetes Verhalten
Wachstumsorientiertes Denken

Grundlagen für den WOL-Circle

Kurz gesagt: WOL heiẞt, Wissen bewusst bereitstellen und teilen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Dazu findet sich eine kleine Gruppe von 3 bis 5 Personen mit ähnlich gelagerten Interessen zusammen. Die Zusammenarbeit in einem solchen Circle basiert vor allem auf der Beziehungspflege untereinander. Über 12 Wochen hinweg trifft man sich einmal pro Woche für eine Stunde und setzt gemeinsam kleine Übungen um, die mit den 5 WOL-Prinzipien in Verbindung stehen. Die Circle-Mitglieder sind füreinander da und schaffen einen sicheren Raum zum Austausch. Jeder formuliert dabei ein persönliches Lernziel, was in diesen 12 Wochen erreicht werden soll.

Wie der WOL-Circle zusammenarbeitet

  • Jeder wählt sein eigenes, individuelles Ziel aus

  • Vertrauliche Treffen (persönlich oder virtuell), damit sich jeder sicher fühlt, Neues auszuprobieren

  • Maximal 4-5 Mitglieder im Circle

  • 12 einstündige Sitzungen, um neue Gewohnheiten zu entwickeln

  • Umsetzung der 5 WOL-Prinzipien

Working Out Loud: 12 Wochen Step by Step

Woche 1:

  • die anderen Circle Mitglieder kennenlernen
  • ein persönliches Ziel (egal ob beruflich oder privat) formulieren
  • Beziehungsliste mit Personen, die in Verbindung mit dem Ziel stehen, erstellen

Woche 2:

  • Beiträge für Personen auf der Beziehungsliste schreiben
  • Beiträge anderer »liken« und Kommentare verfassen, um zu signalisieren »Ich interessiere mich für Dich«

Woche 3:

  • Zeitmanagement verbessern
  • neue Personen zur Beziehungsliste hinzufügen
  • weitere Beiträge erstellen, die Wertschätzung und Dankbarkeit ausdrücken

Woche 4:

  • eigene Kommunikations-Skills verbessern, um mehr und besseres Feedback auf Nachrichten zu erhalten

Woche 5:

  • eine persönliche Verbindung zu den Personen auf der Beziehungsliste aufbauen
  • sich das eigene »Ich« bewusst machen

Woche 6:

  • eigene Online-Profile updaten und so die Sichtbarkeit erhöhen
  • Netzwerk durch Kontaktanfragen mit persönlichen Nachrichten erweitern

Woche 7:

  • die langfristige Vision in einem Brief an das eigene, zukünftige »Ich« formulieren

Woche 8:

  • neue Gewohnheiten festlegen
  • Personen, die sich gegenseitig nützen können, einander mit Wertschätzung vorstellen

Woche 9:

  • eigene Beiträge weiter ausbauen
  • bewusst erkannen, dass man jeden Tag dazu lernt

Woche 10:

  • System zur Identifizierung neuer Beiträge erstellen
  • System zur Erweiterung der Beziehungsliste erstellen

Woche 11:

  • Netzwerk mit Hilfe von Gruppen (Stämmen) erweitern

Woche 12:

  • Reflektion
  • den Erfolg feiern

Working Out Loud Tipps

Als Unterstützung gibt es ein Arbeitsbuch, den Circle-Guide. Um sich auf die wöchentlichen Treffen vorzubereiten, arbeitet man sich vorab durch die jeweilige Einheit im Guide. Somit liegt der Zeitaufwand doch etwas höher als nur bei einer Stunde. Dennoch ist Working Out Loud wirklich lohnenswert. Denn die Methode hilft, effektiver, selbstsicherer und zufriedener zu werden. Zudem kann man das Erlernte in vielen Bereichen nutzen.

3 wichtige Tipps für den eigenen Working Out Loud Circle

Fazit

In 12 Wochen kann man wirklich einiges erreichen – sowohl fachlich als auch persönlich. Man arbeitet nicht nur an seinen eigenen Zielen, sondern erweitert aktiv sein Netzwerk und gewinnt vielleicht sogar den einen oder anderen Freund. Wer einen WOL-Circle sucht, wird hier bestimmt fündig:

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