Wer sich im Bereich der Psychologie intensiv mit den Themen Selbstverwirklichung und Selbstfindung beschäftigt, stößt mit Sicherheit auf den Begriff »Empowerment«. Ein Wort, das ganze Gemeinschaften stärkt. Doch was steckt eigentlich genau dahinter? Oder ist es wieder mal nur ein Buzzword, welches alle Welt nutzt und keiner weiß, was es bedeutet? Was der Begriff aussagt, was ihn mit New Work verbindet und wie Unternehmen dadurch aktiv zu einem selbstbestimmten und gleichberechtigten Miteinander geleitet werden, erklärt Ines Eydner – Head of Recruitment bei Searchtalent – in diesem Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

Empowerment im Unternehmen

Was ist Empowerment?

Empowerment ist ein Wort, das es faustdick hinter den Ohren hat. Es beschreibt einen Prozess hin zu mehr Selbstbestimmtheit im eigenen Leben. Das kann ganz unterschiedliche Bereiche betreffen und spielt seit New Work auch in der Arbeitswelt eine immer größere Rolle.

Empowerment Definition

Im Deutschen bedeutet Empowerment soviel wie »Ermächtigung« oder »Übertragung von Verantwortung«. Im Kern geht es darum, stärker und selbstbewusster zu werden. Das soll Menschen in die Lage versetzen, (wieder) mehr Autonomie durch mehr Eigenverantwortung und Selbstständigkeit zu erlangen. Nicht nur Individuen, auch Gemeinschaften und Organisationen können durch mehr Ermächtigung lernen, ihre eigenen Kompetenzen zu erkennen und zu nutzen.

New Work Bewegung als Ursprung

Wenn von Empowerment die Rede ist, darf ein Blick auf New Work nicht fehlen. Der Sozialphilosoph Frithjof Bergmann ist Begründer der heutigen New Work-Bewegung. Er hat sie bereits 1979 aus der Taufe gehoben. Die Bewegung beruht auf seiner Auseinandersetzung mit dem herrschenden Kapitalismus sowie der Erkenntnis, dass Sozialismus keine Alternative ist. Deshalb wollte er dem Begriff Arbeit eine neue Dimension verleihen. Als zentrale Werte gelten Selbstständigkeit, Freiheit und Teilhabe an Gemeinschaft. Die Arbeit sollte dabei aus drei gleichgewichtigen Teilen bestehen:

  • Erwerbstätigkeit

  • Technische Ausstattung

  • Arbeit, die man wirklich will

Er wollte eine Welt schaffen, in der man nicht lebt, um zu arbeiten. Stattdessen soll Arbeit Erfüllung bringen und der Selbstverwirklichung dienen. Heutzutage ist das Thema New Work in aller Munde und wird dennoch unterschiedlich interpretiert. Was jedoch alle Definitionen im Kern gemeinsam haben, sind die Begriffe:

Freiraum für Kreativität

Entfaltung

Selbstständigkeit

Wie stellen wir nun sicher, dass das auch umgesetzt wird? Die Antwort lautet: Indem wir mit Empowerment an einem Strang ziehen – eigenverantwortlich und selbstbestimmt. So schaffen wir das Arbeitsumfeld, in welchem wir selbst arbeiten möchten.

Female Empowerment: Von Frauen lernen

»Gemeinsam sind wir stark« – Unter diesem Motto haben selbstbewusste, starke Frauen, die für ihre Gleichberechtigung, Rechte und Freiheiten kämpfen, eine Bewegung ins Rollen gebracht. Female Empowerment steht für mehr Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt. Frauen sagen dem Gender Pay Gap und allen Arten von offener und versteckter Diskriminierung im Alltag den Kampf an. Und sie wollen nicht zuletzt die Vorurteile der Geschlechterstereotypen brechen. Wenn sich Frauen gegenseitig unterstützen, dann können sie gemeinsam mehr erreichen. Sie machen vor, wie Empowerment funktioniert. Es ist sehr wichtig, zusammenzuhalten und sich gemeinsam für eine Veränderung stark zu machen.

Empowerment im eigenen Unternehmen

Die Definition von Empowerment unterstreicht, dass alle Mitarbeiter:innen im Unternehmen an einem Strang ziehen. Die Voraussetzung dafür ist eine Unternehmenskultur voller Vertrauen und die Bereitschaft, Verantwortung an alle Hierarchieebenen zu delegieren. Dazu muss es passende Kommunikationssysteme und eine entsprechende Qualifizierung geben. Bei Searchtalent ist es uns wichtig, dass wir zum einen als Team agieren, andererseits eigenverantwortlich handeln. Dabei unterstützen wir uns immer gegenseitig und geben Feedback.

Iney Eydner„Die Übertragung von Verantwortung ist dabei ein zentraler Wert. Das beginnt schon bei Werkstudenten:innen. Denn nur wenn wir sie einbinden und aktiv fördern, ihnen alles beibringen und ihnen stetig Feedback geben, sind sie später in der Lage bereits eigene Verantwortung zu übernehmen. In unserem Fall würde das bedeuten, dass man mit Kandidaten:innen und Kunden:innen kommunizieren kann und eigene Projekte übernimmt.“

Ines ist als Head of Recruitment von Searchtalent bereits von Anfang an Teil des Teams. Sie versucht stets Flexibilität und Dynamik in den Köpfen zu verankern. Ihr Ziel: Searchtalent genau auf der Basis weiterzuentwickeln. Wie die Vision umgesetzt wird und von wo, sollte in den Händen des gesamten Teams liegen.

Stärke und Selbstbewusstsein kommt durch Erfahrung. Deshalb wollen wir alle mitnehmen, sie dazu anhalten, Verantwortung zu übernehmen und dann soll es zum Domino-Prinzip werden. Mit anderen Worten: Jeder trägt Verantwortung, gibt Feedback und ermächtigt die anderen Teammitglieder. Nicht nur im Arbeitsleben sollte das Thema Empowerment immer mehr Einzug halten, sondern auf allen Ebenen. Denn gemeinsam sind wir einfach stärker. Es gilt nicht, Schwächen ausmerzen zu wollen. Stattdessen soll man seine Stärken ausbauen und diese nutzen, um anderen zu helfen!

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